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Startseite Zeitungsartikel Der Norden kämpft gegen Schnee und Sturm

Der Norden kämpft gegen Schnee und Sturm

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Im Süden der Insel im Ortsteil Fehmarnsund beschädigten die Sturmflut und Hochwasser von zeitweise 1,10 Metern über Normal einen Deich an zwei Stellen. „Die Lage ist dort aber beherrschbar“, sagte Wolfgang Jensen vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz. Ein Deichbruch drohe nicht. Nach Angaben von Jaedke drückte an den beiden Stellen Wasser durch und bedrohte die dahinter gelegene Siedlung.

Aufgrund der Witterung fällt der Schulunterricht in ganz Mecklenburg-Vorpommern, in den schleswig-holsteinischen Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Segeberg, Plön, Stormarn und Ostholstein und in den niedersächsischen Kreisen Lüneburg, Friesland und Hameln-Pyrmont aus. Im Bereich der Kieler Förde findet am Montag kein Fährverkehr statt. Das Sturmtief "Daisy" hat mit meterhohen Schneeverwehungen den Verkehr im Nordosten Deutschlands fast völlig lahmgelegt. Autos blieben in Schneewehen stecken, Helfer kämpfen verzweifelt gegen Deichbrüche. Besonders schlimm traf es die Ostsee-Insel Fehmarn.Tief „Daisy“ ist über die Ostseeküste gefegt und hat in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und vor allem Schleswig-Holstein zu teils katastrophalen Verhältnissen geführt. Besonders betroffen waren die Ostseeküste und der Südosten. Auf mehreren Bahnstrecken musste der Verkehr zeitweise eingestellt werden. Das öffentliche Leben der Ostseeinsel Fehmarn war praktisch lahmgelegt, wie der Chef des für den Winterdienst zuständigen Inselbauhofs, Timo Jaedke, berichtete. Die Lage auf der Insel blieb am Abend weiter angespannt."Neunzig Prozent der Insel Fehmarn sind dicht. Wir haben überall Verwehungen, es passiert gar nichts mehr“, sagte Jaedke. Bis zum Nachmittag waren zwar einige der 35 Inselorte wieder erreichbar. Rund die Hälfte bleiben voraussichtlich auch über Nacht von der Außenwelt abgeschnitten und werden erst im Verlauf des Montags wieder erreichbar sein. Der Winterdienst hatte auf der Insel „alles im Einsatz, was Räder hat“, wie Jaedke sagte. Sämtliche Landes- und Kreisstraßen waren verweht. Einzig passierbar blieb die Bundesstraße 207 vom Festland zum Fährhafen Puttgarden.

Die Fehmarnsund-Brücke war jedoch für leere Lkw, Wohnmobile und Wohnwagengespanne gesperrt. Kurzzeitig brach das Stromnetz auf Fehmarn und in Großenbrode auf dem Festland zusammen. Dadurch wurde auch zeitweilig der Fährverkehr zwischen Puttgarden und dem dänischen Hafen Rødby behindert, wie ein Sprecher sagte. Im Kreis Segeberg waren mehrere Ortschaften am Sonntag zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Auf der Bahnstrecke von Neustadt in Holstein zum Fährhafen Puttgarden musste der Zugverkehr nach Angaben einer Bahnsprecherin eingestellt werden. Auch Schienenersatzverkehr mit Bussen war nicht möglich. Der Zugverkehr zwischen Kiel und Eckernförde wurde ebenfalls eingestellt. Auf der Strecke Kiel-Lübeck kam es zu Zugausfällen und Verspätungen. Ähnlich war die Lage zwischen Lübeck und Neustadt sowie Kiel und Hamburg. Die Busse der Autokraft mussten in Ostholstein sowie den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön in den Depots bleiben. Auf vielen Abschnitten der Autobahnen 1 und 20 kam der Verkehr zum Erliegen.

In Neustadt, Heiligenhafen und anderen Küstenorten trat die Ostsee aufgrund der Sturmflut über die Ufer. Auch bei Dahmeshöved an der Ostküste drohte zeitweise ein Deich zu brechen. In Flensburg und der Lübecker Altstadt wurden Straßen durch das Hochwasser überflutet. In Lübeck musste die Priwall-Fähre den Verkehr zeitweise einstellen.Nach Angaben des Landespolizeiamtes waren am Sonntag zahlreiche Landes- und Kreisstraßen zeitweise nicht passierbar. Bis zum frühen Morgen gab es 50 Unfälle. Im Tagesverlauf kamen 60 überwiegend leichte Unfälle hinzu. Im Kreis Dithmarschen wurden jedoch zwei Menschen schwer und eine weitere Person leicht verletzt. Schwerpunkt war der südöstliche Landesbereich. Im Laufe des Sonntags ließen Wind und Schneefall nach, so dass sich die Situation nach Polizeiangaben etwas entspannte.

Gelesen bei: www.morgenpost.de
Aktualisiert ( Sonntag, den 25. Juli 2010 um 12:26 Uhr )  

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