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Startseite Zeitungsartikel Steffens-Motto: „Mit den Kindern leben“

Steffens-Motto: „Mit den Kindern leben“

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Erwin-Steffen-Kinderheime feiern am 1. April im Strander Haus Jubiläum

Strande - Erwin Steffen (1934 - 2007) war ein Mann, der andere Wege beschritt. Im Krieg flüchtete er als Elfjähriger mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Brüdern Wolfgang (der jetzige Bürgermeister von Dänischenhagen) und Klaus von Ostpreußen nach Schilksee. Sein Vater, der auch Erwin hieß, baute in Dänischenhagen ein Elektrogeschäft auf. Der junge Erwin machte eine Lehre zum Kaufmann. Doch in die Fußstapfen seines Vaters wollte er nicht treten. Stattdessen ließ er sich zum Heilpädagogen und Sozialarbeiter ausbilden.Er arbeitete auf dem Hof Hammer in Kiel, wo er seine künftige Frau Dorothea kennenlernte, die dort Kindergärtnerin war. Zusammen gingen sie nach Rendsburg, 1968 dann nach Düsseldorf und arbeiteten in einem großen Kinderheim. Schon dort fing er an, seine Ideen umzusetzen: Er versuchte, ein Kinderparlament zu etablieren, richtete Werkstätten ein, versuchte, individueller zu betreuen, um den Kindern gerechter zu werden. Doch bei 120 Kindern und 15 Festangestellten war das ein Kampf gegen WindmühlenflügelMit einer Handvoll Kindern fuhr er in die Ferien nach Strande. Mit der Idee im Kopf, in kleinen Gruppen zu arbeiten. Bei der Fischerswitwe Ella Ziebell in der Strandstraße kamen sie unter. Und die war so angetan, dass sie Erwin Steffen vor 40 Jahren kurzerhand ihr Haus überließ. Mit fünf Kindern und einigen Kollegen aus dem Rheinland fing die Selbstständigkeit an. Das erste Erwin-Steffen-Kinderheim war geboren. Später waren es rund zehn Kinder. Die Jugendämter waren begeistert. Statt großer Schlafsäle und riesigen Essensräumen gab es plötzlich eine familiäre Atmosphäre. Die Kinder wurden mit ihrer Persönlichkeit wahrgenommen. Das Motto hieß: „Mit den Kindern leben.“Bei Erwin Steffen machten die Jungen und Mädchen bessere Schulabschlüsse, waren weniger straffällig. Ein Erfolg, den man messen konnte. Die Jugendämter, über die die Heimplätze finanziert werden, standen Schlange, die Wartelisten wurden lang. So kamen nach und nach immer neue Kinderheime dazu. Alles Einfamilienhäuser in gut situierten Wohngegenden. 1970 kam zum Beispiel eine Kapitänsvilla im Baumweg in Kiel dazu, 1975 wurde das Haus in Dänischenhagen gebaut. Um die Qualität zu halten, entschied sich Erwin Steffen 1983, einige seiner Heime an verdiente Mitarbeiter zu übergeben - eine Art Franchising. Daraus wurde später die Erwin-Steffen-Trägergesellschaft. Die ältere Tochter Andrea und ihr Mann Toni Dix übernahmen das Haus in Dänischenhagen. Später kam Steffens jüngste Tochter Heidrun dazu. Sie ist Sozialökonomin. Nachdem sich Erwin Steffen 1996 in den Ruhestand zurückzog, übernahm Tochter Heidrun die Kinderheime und ihr Mann, ein Volkswirt, die Trägergesellschaft. Sieben Einrichtungen stehen inzwischen unter der Führung von Heidrun Steffen und Toni Dix. In Strande leben nur hyperaktive Jungs, in einem anderen Haus nur Mädchen, die vorwiegend sexuell misshandelt wurden. Ein Haus liegt in Molfsee bei Kiel, eines in Revensdorf und zwei in Hamburg. Insgesamt 70 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren werden zurzeit von 40 Mitarbeitern betreut.

www.Kinderheim-Erwin-Steffen.de

Das 40-jährige Jubiläum der Erwin-Steffen-Kinderheime wird am Donnerstag, 1. April, ab 11 Uhr im Stammhaus in Strande, Strandstraße 41, gefeiert. Die Wohngruppen stellen sich vor, ein Feuerwerk ist geplant, es gibt Musik, Tanz und etwas zu essen.

Gelesen bei: www. KN-Online.de
 

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